Chronik des Dampfbahnclub Taunus

Im September 1977 trafen sich eine handvoll Männer in der Gaststätte Stadt Straßburg und gründeten den DBC-Taunus. Obwohl ursprünglich nur an eine Interessengemeinschaft gedacht war, stellte sich sehr schnell heraus, dass die Beschaffung eines geeigneten Grundstücks ohne den Schritt um e.V. auf erheblich Schwierigkeiten stoßen würde. Die Aufnahme des DBC-Taunus e.V. in das Vereinsregister wurde beantragt. 1978 war es dann soweit, ein Grundstück von ca. 5500 m2 wurde von der Stadt Oberursel gepachtet, die Planung sogleich in die Tat umgesetzt und mit dem Bau einer Ringstrecke begonnen. Im Mai 1979 weihte Bürgermeister Harders mit dem Eröffnungszug den Fahrbetrieb auf der Anlage ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte der DBC-Taunus 21 Mitglieder. 200m Gleis waren betriebsbereit, ebenso 5 Weichen für Ausweichgleise. 10 Lokomotiven, einige noch im Bauzustand sorgten für den nötigen "Vortrieb".

Der Ausbau der Fahrstrecke und des Geländes wurde zügig vorangetrieben. So entstand ein Tunnel, der außerhalb der Betriebstage als Geräteschuppen diente. Nach zwei Jahren war die Zahl der Mitglieder bereits um 50%, die der Lokomotiven gar um 100% gewachsen. Der Bahnhofsbereich war bis 1981 weitgehend ausgebaut und gepflastert. 1982 konnte der Innenkreis eingeweiht werden. Die befahrbare Gleislänge betrug nun rund 700m. Der weitaus größte Teil der Arbeit wurde jedoch der Gestaltung des anfangs recht karg wirkenden Clubgeländes gewidmet. So entstanden nicht nur das Tunnelgebäude, sondern auch ein Teich, über den eine 13m lange Brücke führt, sowie mehrere Geländeeinschnitte und Dämme, um die Steigung der Strecke auf Eisenbahnniveau zu begrenzen.

Viele Bäume und Sträucher wurden zur Landschaftsgestaltung gepflanzt, Blumenbeete und Hecken angelegt, eine Pergola gebaut unter der die Gäste mit Getränken und Bratwurst dem Treiben im Bahnhof zusehen können. 1985 wurde das Gelände um 2000 m2 erweitert. Der Besucherandrang im Bahnhof hatte den Mitgliedern schon häufig Kopfzerbrechen bereitet. Nun bestand die Chance, durch umsichtige Planung und Erweiterung des Bahnsteiges, mehr Stauraum zu gewinnen. In den Jahren 1986 bis 1987 entstanden die "Neubaustrecke" auf einer soliden Stahlkonstruktion und der auf der alten Grundstücksgrenze liegende Bahnsteig. Mit über 40 Mitgliedern und 30 Lokomotiven wurde die Saison 1988 gestartet. Wieder fuhr Bürgermeister Harders den Eröffnungszug über den neuen Aussenkreis. Einige der Damen, die ihre Ehemänner an den Fahrtagen tatkräftig unterstützten, wollten bei der Gestaltung ihres Bereichs verständlicherweise ein Mitspracherecht haben und wurden ebenfalls Vollmitglieder im Verein, der inzwischen über 60 Mitglieder zählt.
Der Erlös aus einmal jährlich stattfindenden Sonderveranstaltungen geht an gemeinnützige Einrichtungen der Stadt Oberursel. Hier zeigt der Club über seinen Bereich hinaus soziales Engagement. So wurde zum Beispiel 1990 von einigen Mitgliedern eine über 100 Jahre alte Apfelkelter restauriert.

Am vorletzten Fahrtag des Jahres im September wurde auf dem Geländer frischer Apfelsaft gepresst. Der Erlös ging an die Einrichtung für Muskelkranke e.V. Seit 1994 beteiligt sich der DBC-Taunus aktiv an der Hilfe für Kinder aus Tschernobyl.

1991 stellte ein Mitglied eine Hydraulikhebebühne in Aussicht. Endlich bot sich die Möglichkeit, die schweren Lokomotiven nicht jedes Mal an den Fahrtagen von Hand ausladen zu müssen. Doch war mit der Bühne allein nicht viel zu erreichen. Sie wurde in eine kombinierte Dreh- Schiebebühne umgebaut.

Ein 1994 fertig gestellter Fahrzeugschuppen und erhöhte Anheizgleise abseits des Bahnhofsbereichs machen das Auf- und Abrüsten seitdem bequemer.